Hintergrund
November 1938

„Reichskristallnacht“

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 nimmt das Hitler-Regime das Attentat eines 17-jährigen Juden auf einen deutschen Botschaftsangehörigen in Paris zum Anlass, massiv Vergeltung zu üben: Mehr als 7000 jüdische Geschäfte und Warenhäuser werden zerstört, 256 Synagogen in Brand gesetzt oder geplündert, unzählige jüdische Betriebe, Schulen und Wohnungen demoliert und ausgeraubt. 91 Menschen kommen ums Leben.

©  Deutsches Historisches Museum, Berlin
Untätige Zuschauer vor der brennenden Alten Synagoge in Essen

Rd. 30.000 Juden werden in „Schutzhaft“ genommen oder in Konzentrationslagern interniert. Die Schreckensnacht geht unter dem von den Nationalsozialisten geschaffenen Namen „Reichskristallnacht“ in die deutsche Geschichte ein. Der Zynismus der nationalsozialistischen Machthaber gipfelt in der Anordnung, dass Versicherungsansprüche der Geschädigten – sofern sie überhaupt bestehen – auf den Staat übergehen. Damit nicht genug: Den jüdischen Mitbürgern wird wenig später vorgeworfen, die Ausschreitungen provoziert zu haben. Sie werden gerichtlich verurteilt, insgesamt 1,25 Milliarden Reichsmark an „Geldbuße“ zu zahlen.




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