„Efter Segern“ (Nach dem Sieg)
Im Mai 1944 erscheint Willy Brandts Buch ‚Efter Segern’ (Nach dem Sieg) in einer Auflage von 2.200 Exemplaren im schwedischen Verlag Bonnier. Das Buch resultiert aus der Beschäftigung Brandts mit Nachkriegsfragen, denen er im Rahmen seiner Arbeit als Sekretär der ‚Internationalen Gruppe demokratischer Sozialisten – Arbeitskreis für Friedensfragen’ nachgegangen ist. Das ursprünglich norwegische Manuskript Brandts wird nicht nur ins Schwedische übersetzt, sondern erscheint auch auf finnisch und dänisch.
Auf 288 Seiten erläutert Brandt die Thesen der Kleinen Internationale und setzt sich auch mit dem Vansittartismus auseinander, der den Nationalsozialismus für ein logisches Ergebnis der deutschen Entwicklung hält und in ihm ein Spiegelbild der deutschen Mentalität sieht. Brandt widerspricht dem energisch. Nicht nur in Deutschland habe sich in der Krise der Demokratie der Faschismus entwickelt, vielmehr sei er ein Ergebnis der Gegensätze in einer kapitalistischen Gesellschaft.