Westintegration

 
 
 

Unter Westintegration ist die politische, ökonomische, militärische und kulturelle Einbindung der Bundesrepublik in die westliche Staatengemeinschaft in den 1950er und 60er Jahren unter Bundeskanzler Konrad Adenauer zu verstehen.
Zu den Maßnahmen der Westintegration zählen der Beitritt zur Montanunion und zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, beides 1952), das Anstreben einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG), die Beitritte zur Westeuropäischen Union (WEU, 1955), zur NATO (1955), zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und zur Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM, beides 1957) und die deutsch-französische Aussöhnung mit dem Freundschaftsvertrag (1963).
Die Westintegration ist Ausdruck des Wandels Deutschlands vom ehemaligen Feindstaat zum westlichen Bündnispartner im Zuge des Kalten Krieges.
Trotzdem war sie in der deutschen Öffentlichkeit anfänglich umstritten. Während Adenauer die Westintegration als Voraussetzung für die deutsche Wiedervereinigung ansah, befürchteten Kritiker, dass sie die Spaltung Deutschlands in zwei Staaten vertieft. Die SPD lehnte die Westintegration deshalb zunächst ab, bekannte sich dann aber im Godesberger Programm von 1959 zu ihr.

Siehe auch
Adenauer, Konrad
Deutsch-französischer Freundschaftsvertrag / Élysée-Vertrag
EG/EU
EGKS
EURATOM
EVG
EWG
Godesberger Programm
Montanunion
NATO
Neue Ostpolitik
WEU