Wahl zum Landesvorsitzenden der SPD
Nach der Wahl zum Regierenden Bürgermeister wird Brandt von zahlreichen Sozialdemokraten aufgefordert, nun auch den SPD-Landesvorsitz zu übernehmen, um bei den anstehenden Wahlen in Personalunion für die SPD anzutreten.
„Deine Popularität in weiten Kreisen der Bevölkerung ist der wohl wertvollste Beitrag zur Schaffung eines neuen politischen Vertrauens zwischen der Berliner Bevölkerung und ihrer Sozialdemokratie“, schreibt ihm sein Berater Klaus Schütz. Schütz ist es auch, der Brandts Wahl systematisch vorbereitet. „Der Sinn meines Vorschlags liegt darin, dem Berliner Wähler endlich eine klare Einheit von Sozialdemokratischer Partei und sozialdemokratisch geführter Regierung in Berlin zu dokumentieren.“
Am 12. Januar 1958 kommen die Delegierten zu einem außerordentlichen Landesparteitag zusammen: Mit 163 zu 124 Stimmen wird Willy Brandt zum neuen Vorsitzenden der Berliner SPD gewählt. Er löst seinen langjährigen Rivalen Franz Neumann ab, der dieses Amt seit 1946 innehatte, als er die Zwangsvereinigung von SPD und KPD in den Westsektoren verhinderte.