Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Oktober 1947

Vertreter der SPD beim Alliierten Kontrollrat

Seit Februar 1947 vertritt Erich Brost den Parteivorstand der SPD beim Alliierten Kontrollrat in Berlin. Zu dieser Zeit lernt er auch Willy Brandt kennen, den er als „ebenso klug wie unabhängig“ einschätzt. Als die britische Militärregierung Brost eine Lizenz zur Herausgabe der späteren „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ anbietet, nimmt er an und schlägt Brandt als seinen Nachfolger vor. Die Aufgabe erscheint Brandt außerordentlich reizvoll: Er sieht „einen Wirkungskreis, in dem ich helfen konnte, Verständnis und Unterstützung für eine vernünftige Deutschlandpolitik zu gewinnen, aber auch die Möglichkeit zur Mitarbeit im Berliner Parteileben.“

Doch bevor der Parteivorstand entscheidet, reist Schumacher nach Skandinavien und trifft dort auf Kurt Heinig, der keine Gelegenheit auslässt, um gegen seinen innerparteilichen Kontrahenten zu intrigieren. Die Verleumdungen Brandts als „verkappten SED-Mann“, „gemeinen Schieber“, „gerissenen Geschäftsmann“ und „Agenten der Kominform“ zeigen vorübergehend Wirkung. Erst als Brandt Ende 1947 die Initiative ergreift und in einem Brief seine Positionen darlegt, entschließt sich Schumacher, ihn zum Vertreter des Parteivorstandes in Berlin zu machen.

 



Glossar

Suche

Lesen Sie auch:
  Berlin das gab den Ausschlag

Kontakt | Impressum | Sitemap | Startseite

© 2005 Bundeskanzler- Willy- Brandt- Stiftung