Staatsbesuch in Israel
Als erster Bundeskanzler besucht Willy Brandt im Juni 1973 Israel. Premierministerin Golda Meir, die ihn von den Tagungen der Sozialistischen Internationale kennt, lobt Brandt als hervorragenden Vertreter Deutschlands und Politiker von bemerkenswertem Mut: „Sie werden in Israel mit der Achtung willkommen geheißen, die einem Manne gebührt, der sich in der dunkelsten Stunde der Menschheit und vor allem des jüdischen Volkes denjenigen anschloss, die gegen die Nazis kämpften ... Ich bin gewiss, dass unsere Gespräche so offen sein werden, wie es zwischen Freunden üblich ist.“
Wie in Polen, so ist Brandt auch in Israel einer der wenigen deutschen Politiker, die auf Wohlwollen hoffen dürfen. Der Besuch in Yad Vashem, der Gedenkstätte für die Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen, verlangt ebenso wie Warschau nach einer besonderen Geste. Der deutsche Kanzler zitiert die Verse 8-16 des 103. Psalms aus dem Alten Testament: „Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte ... “.
Vor dem Bundestag erklärt er später zu seiner Israel-Reise: „Ich zögere nicht, hier zu wiederholen, daß ich diese Reise zu den entscheidenden Erfahrungen meines politischen Lebens zähle.“ Er unterstreicht seine Hochachtung vor Golda Meir, wenn er betont, dass „die Premierministerin den bewundernswerten Mut hatte, unserem Volk auf diesem Hintergrund die Freundschaft Israels anzubieten.“
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© RegierungOnline/Schaack Die israelische Ministerpräsidentin Golda Meir hält eine Tischrede während des Abendessens, das zu Ehren von Bundeskanzler Brandt in der Knesset gegeben wird.
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