Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Oktober 1923

Separatistische Bewegungen

 
Quelle: nrw2000.de
Flugblatt zur Unabhängigkeit des Rheinlandes

Die anhaltende Wirtschaftskrise hat in der Weimarer Republik zu katastrophalen Verhältnissen geführt. Separatistische Strömungen und kommunistische Unruhen sind die Folge. Am 21. Oktober 1923 rufen in Aachen militante Separatisten die unabhängige „Rheinische Republik“ aus. Diese Initiative wird jedoch bis Mitte November wegen der fehlenden Unterstützung durch die Bevölkerung zusammenbrechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 
© mdr
Ministerpräsident Erich Zeigner, der in der DDR Oberbürgermeister von Leipzig wurde und sich während der Nazizeit als Straßenkehrer verdingen musste

In Sachsen und Thüringen bilden SPD und KPD eine gemeinsame Regierung und stellen „proletarische Hundertschaften“ auf. Die KPD verfolgt mit diesen paramilitärischen Einheiten das Ziel, revolutionäre Erhebungen vorzubereiten und einen „deutschen Oktober“ in Anspielung auf die russische "Oktoberrevolution" von 1917) zu entfesseln. Die Reichsregierung hat bereits am 26. September 1923 den Ausnahmezustand über das gesamte Reich verhängt. Auf die Weigerung des sächsischen Ministerpräsidenten Erich Zeigner (SPD), die „proletarischen Hundertschaften“ aufzulösen, reagiert Berlin mit der "Reichsexekution" gegen Sachsen: Einheiten der Reichswehr marschieren in das Land ein, und der Ausschluss der Kommunisten aus der Landesregierung wird angeordnet. Als sich die Regierung Zeigner dem widersetzt, wird sie von Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) auf Grundlage von Artikel 48 der Weimarer Verfassung des Amtes enthoben. Der DVP-Politiker Rudolf Heinze wird als Reichskommissar für Sachsen eingesetzt. Eine von bürgerlichen Kreisen angestrebte Rechtsdiktatur kann durch die umgehende Wahl eines neuen sozialdemokratischen Ministerpräsidenten und die Bildung eines rein sozialdemokratischen Kabinetts verhindert werden.



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