Willy-Brandt-Biografie
März 1963

Regierungsbildung

Der große Wahlerfolg Willy Brandts hat die Gewichte in Berlin deutlich verschoben. Der bisherige Regierungspartner CDU entscheidet sich für die Oppositionsrolle. Die zwischen 1958 und 1963 nicht im Abgeordnetenhaus vertretene FDP wird – trotz der absoluten Mehrheit der Sozialdemokraten – zum Koalitionspartner. Die Liberalen hatten zehn Mandate errungen und stellen in der neuen Regierung drei Senatoren.

Sozial-liberale Koalitionen gab es bis dahin lediglich in Hamburg und Bremen. In seiner Regierungserklärung äußert Brandt die Erwartung, dass „diese für Berlin neue Verbindung, die sich in den beiden anderen Stadtstaaten seit Jahren bewährt hat, gewiß auch über unsere Stadt hinaus politische Impulse ausstrahlen“ wird.

Der Regierende Bürgermeister betont, dass in Berlin alle Demokraten zur Zusammenarbeit bereit sein müssen: „Wir sind uns darüber einig, daß Regierung und Opposition in ihren verteilten Rollen der gleichen Sache verpflichtet sind. Die Gemeinsamkeit der uns alle bindenden Verantwortung steht deshalb auch bewußt am Anfang der ersten Regierungserklärung des neuen Senats.“

Berlin wird auch unter Brandts Nachfolgern im Amt des Regierenden Bürgermeisters bis 1981 von einer sozial-liberalen Koalition regiert werden.



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