Rede von US-Außenminister Byrnes in Stuttgart
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US-Außenminister James Francis Byrnes während seiner Rede in Stuttgart (auf dem Podium v.l.n.r.: Byrnes, Robert Murphy (Political Advisor), Senator Vandenberg, Senator Connally, General McNarney |
Schon auf der Potsdamer Konferenz im Sommer 1945 sind die unterschiedlichen Auffassungen und Ziele der Siegermächte über die Zukunft Deutschlands sichtbar geworden. Einig war man sich über die Wiederherstellung einer Demokratie. Doch die Vorstellungen darüber sind in Ost und West völlig unterschiedlich: Während die westlichen Alliierten ein föderalistisches System mit konkurrierenden Parteien, freien Wahlen und die Selbstverwaltung der Gemeinden stützen, setzen die Sowjets auf zentrale Verwaltungsstellen und die Bildung eines „antifaschistischen Blocks“. Keinesfalls wird Deutschland, wie in Potsdam beschlossen, als eine „Wirtschaftseinheit“ behandelt. So wächst von Tag zu Tag das politische Misstrauen zwischen Ost und West. Aus der Sicht Washingtons ist es Zeit für einen neuen Kurs: Am 6. September 1946 legt US-Außenminister James Francis Byrnes in seiner „Stuttgarter Rede“ die Grundsätze der Besatzungspolitik der Vereinigten Staaten in Deutschland dar und leitet damit eine positive Wende in den deutsch-amerikanischen Beziehungen ein. Er macht klar, dass es die USA nicht zulassen werden, dass Deutschland in das Armenhaus Europas verwandelt wird und sichert umfassende amerikanische Hilfe für den Wiederaufbau zu.