Rede auf der Konferenz der Nichtkernwaffenstaaten in Genf
Vom 29. August bis zum 28. September 1968 kommen zum ersten Mal die Nichtkernwaffenstaaten zu einer Konferenz im Völkerbundpalast in Genf zusammen. Am 3. September spricht Außenminister Willy Brandt vor den Delegierten. Er hebt die Bedeutung der Konferenz hervor, auf der sich Staaten verschiedener Gesellschaftssysteme versammelt haben, weil sie „auf das Atom als Waffe“ verzichten wollen. Mit Blick auf den Einmarsch sowjetischer Truppen in die Tschechoslowakei wenige Tage vor Beginn der Konferenz sagt er, dass der Verzicht auf Atomwaffen nicht genüge, um „die Gefahren für die Unabhängigkeit und die Unverletzlichkeit der Souveränität der Länder abzuwenden.“ Brandt fordert die erneute Ächtung von „jeglicher Form von Druck und Gewalt, die die territoriale Integrität und politische Unabhängigkeit eines Staates bedrohen könnte.“
Für die Bundesrepublik betont er, dass sie auf die Herstellung und den Besitz von Atomwaffen verzichtet habe. Ihre Sicherheit sieht er nicht in der nationalen Bewaffnung, sondern in der Einbindung in das nordatlantische Verteidigungsbündnis.
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© RegierungOnline/Gräfenholt Willy Brandt während seiner Rede im Völkerbundpalast |