Hintergrund
November 1917

Oktoberrevolution in Russland

Die „Februarrevolution“ von 1917 hat zwar die Zarenherrschaft in Russland beendet, die erdrückenden politischen und sozialen Probleme des Landes jedoch nicht gelöst. Noch immer befindet sich das Land im Krieg. Auf politischer Ebene besteht seit März ein Nebeneinander von Parlament (Duma) mit seiner Provisorischen Regierung unter der Führung von Alexander Kerenskij und den so genannten Arbeiter- und Soldatenräten mit ihren Exekutivkomitees. Über die künftige Verfassung des Landes soll eine verfassungsgebende Versammlung entscheiden, die am 25. November 1917 gewählt werden soll. Zu Friedensverhandlungen mit dem Deutschen Reich und seinen Verbündeten ist die Provisorische Regierung nicht bereit.


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Wachen vor dem Smolny-Institut, das Lenin während der Oktoberrevolution zum Hauptquartier der Bolschewiken bestimmt hatte

In der bolschewistischen (kommunistischen) Partei ist umstritten, ob man sich an den für Ende November geplanten Wahlen überhaupt beteiligen oder auf einen gewaltsamen Umbruch setzen soll. Nach hitzigen Debatten setzen sich Wladimir I. Lenin und Leo Trotzki schließlich mit dieser Forderung durch: In der Nacht zum 7. November 1917 - nach dem in Russland bis 1918 gültigen gregorianischen Kalender am 25. Oktober und deshalb „Oktoberrevolution“ genannt - bricht in St. Petersburg der Aufstand aus. Die bolschewistischen Truppen, unterstützt von den Matrosen aus Kronstadt, besetzen strategisch wichtige Positionen in der Stadt sowie das Winterpalais, den Sitz der Provisorischen Regierung. Die Regierung Kerenskij kapituliert. Schon tags darauf findet in St. Petersburg der „Allrussische Sowjetkongress“ statt, ein zentraler Arbeiter- und Soldatenrat, in dem die Bolschewiken bisher keine Mehrheit besaßen. Aus Protest gegen den gewaltsamen Putsch der Bolschewiken verlassen viele Abgeordnete, darunter die Menschewiken (Sozialdemokraten), den Sitzungssaal. Die „Oktoberrevolution“ sichert den Bolschewiken um Lenin und Trotzki zunächst nur die Macht in St. Petersburg. Sie ist jedoch der entscheidende Schritt auf dem langen Weg zur kommunistischen Herrschaft in Russland. Zunächst folgen Jahre eines grausamen Bürgerkriegs („Rot“ gegen „Weiß“).



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