NATO-Tagung in Brüssel
Ein Jahr nach seinem Amtsantritt ist Willy Brandt ein international angesehener und einflussreicher Außenminister. Das wird besonders deutlich, als sich der NATO-Ministerrat am 13. und 14. Dezember 1967 in Brüssel versammelt, um eine neue Strategie der Allianz zu beschließen.
Die Konferenz verabschiedet den „Bericht des Rats über die künftigen Aufgaben der Allianz“, der auf eine Initiative des belgischen Außenministers Pierre Harmel zurückgeht. Dieser so genannte Harmel-Bericht formuliert Verteidigung und Entspannung als die beiden gleichwertigen und sich ergänzenden Säulen der Politik der NATO. Das Dokument der Bündnispartner entspricht voll und ganz den Leitlinien von Brandts Außenpolitik, dessen Handschrift bei der Formulierung des Papiers unverkennbar ist.
Willy Brandt versteht es, durch sein geschicktes Auftreten auf internationalem Parkett den Interessen der Bundesrepublik Deutschland Gewicht zu verleihen. In einer Fernsehsendung lobt auch der konservative Historiker Golo Mann Brandt als den besten Außenminister, den die Bundesrepublik bisher hatte.
 |
© RegierungOnline/Gräfingholt Willy Brandt empfängt den belgischen Außenminister Pierre Harmel in Bonn zum Gespräch (20. Februar 1967) |