Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
Mai 1945

Kriegsende

Am 1. Mai 1945 findet in Stockholm eine Großkundgebung mit imposantem Umzug statt. Beteiligt sind schwedische KZ-Häftlinge, die soeben freigekommen sind, und sozialdemokratische Emigranten. Auch Willy Brandt ist unter ihnen.

Am Abend treffen sich die Mitglieder der „Kleinen Internationale“ im Stockholmer Stadtteil Södermalm. Sozialisten aus zahlreichen Ländern drängen sich im Bürgerhaus. Dichter, Schriftsteller und Diplomaten halten Vorträge, auch der schwedische Nationalökonom Gunnar Myrdal. Willy Brandt soll zum Abschluss eine Resolution verlesen und zur Abstimmung stellen. Während seiner Rede bekommt er einen Zettel mit einer Meldung gereicht. Brandt unterbricht seinen Vortrag und sagt: „Adolf Hitler ist tot! Angeblich ist er kämpfend in Berlin gefallen. Eines ist sicher: Jetzt ist das Ende des Krieges da.“

Die Anwesenden nehmen die Nachricht schweigend auf, kein Jubel ist zu hören, kein Beifall. Gemeinsam singt man die Internationale, dann gehen alle „nachdenklich und besorgt“ auseinander.



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