Kommunistische Unruhen und Wahlen zur Nationalversammlung
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© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Das während der Januaraufstände zerstörte Vorwärtsgebäude |
Anfang Januar 1919 setzt die preußische Regierung den Berliner Polizeipräsidenten Emil Eichhorn ab, der der USPD angehört. Ihm wird vorgeworfen, 1918 während der "Weihnachtskämpfe" revolutionäre Matrosen unterstützt zu haben. Anhänger der USPD und der aus dem Spartakusbund hervorgegangenen KPD sowie Revolutionäre Obleute entfesseln daraufhin am 5. Januar 1919 in Berlin einen bewaffneten Aufstand. Am Tag darauf wird ein Revolutionsausschuss unter Leitung des USPD-Politikers Georg Ledebour und des Spartakisten Karl Liebknecht gebildet. Der Ausschuss kündigt an, die Regierungsgeschäfte in Deutschland zu übernehmen, die für den 19. Januar geplante Wahl zur Nationalversammlung zu verhindern und eine kommunistische Räterepublik zu errichten. Am 8. Januar beginnen Regierungstruppen unter dem Oberbefehl des Volksbeauftragten Gustav Noske (SPD), den Aufstand niederzuschlagen. Die Kämpfe fordern 165 Tote. Im Zuge antirevolutionärer "Säuberungsaktionen" durch Regierungstruppen und Freikorps werden wenige Tage später Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet.
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© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Wahlkundgebung in Berlin, Unter den Linden |
Am 19. Januar 1919 finden in Deutschland die Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung statt. Erstmals dürfen sich Frauen an der politischen Willensbildung des Volkes beteiligen. Zugleich wurde das Wahlalter von 25 auf 20 Jahre gesenkt. Die SPD geht als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervor. Sie stellt 165 von 423 Mandatsträgern. Zweitstärkste Partei wird das katholische Zentrum mit 91 Abgeordneten. Die linksliberale Deutsche Demokratische Partei (DDP) erringt 75 Mandate, die von Gustav Stresemann geführte rechtsliberale Deutsche Volkspartei (DVP) 19. Von den „Flügelparteien“ erhält die monarchistische Deutschnationale Volkspartei (DNVP) 44 Sitze, während die USPD 22 Abgeordnete in die Nationalversammlung entsenden kann. Die KPD hat sich an der Wahl nicht beteiligt.
SPD, DDP und Zentrum bilden die neue Regierung, die „Weimarer Koalition“. Bis zu den ersten Reichstagswahlen im Juni 1920 wird sie sich auf eine Dreiviertelmehrheit in der Nationalversammlung stützen können.