Jerusalem israelische Hauptstadt
Als der israelische Ministerpräsident Ben Gurion am 4. Januar 1950 Jerusalem unter internationalem Protest zur israelischen Hauptstadt erklärt, ignoriert er damit nicht nur, dass der Osten der Stadt seit dem Ende des israelisch-arabischen Krieges 1949 von Jordanien annektiert ist. Er setzt sich auch über den Beschluss der Vereinten Nationen vom 29. November 1947 hinweg, nach dem die heilige Stadt dreier Weltreligionen unter die Verwaltung der UNO gestellt werden sollte. In den Worten des Ministerpräsidenten heißt es: „Jerusalem ist nicht nur die Hauptstadt Israels und des Weltjudentums, es soll auch nach dem Wort der Propheten die geistliche Hauptstadt für die ganze Welt werden.“
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Beherbergte von 1949 bis 1966 die Knesset: Beit Frumin in der King-George (Melech George) Straße in Jerusalem, heute Sitz des Ministeriums für Tourismus |
Auch die Knesset, das israelische Parlament, erklärt am 23. Januar Jerusalem zur Landeshauptstadt. Viele Staaten, darunter die USA, errichten ihre Botschaften allerdings in Tel Aviv, obwohl sich seit 1953 auch das Außenministerium in Jerusalem befindet. Erst mit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 wird ganz Jerusalem unter israelische Kontrolle gelangen, was an seiner internationalen Umstrittenheit allerdings wenig ändert.