Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet
Am 28. Juni 1919 unterzeichnen Außenminister Hermann Müller (SPD) und Verkehrsminister Johannes Bell (Zentrumspartei) – mit Zustimmung der Mehrheit der Mitglieder der Nationalversammlung – den Friedensvertrag von Versailles.
  |
© Jürs Unterschriften unter dem Versailler Vertrag - linkes Blatt: Müller, Bell; rechtes Blatt: Wilson, Clemenceau, Lloyd George |
Darin diktieren die Siegermächte des Ersten Weltkrieges Deutschland umfassende Gebietsabtretungen und weitgehende Entwaffnung. Die Verpflichtung zu maßlosen Reparationsleistungen wird mit der angeblichen Alleinschuld Deutschlands am Ausbruch des Krieges begründet. Ein Sturm der Entrüstung und Empörung erfasst das Land. Die Haltung vieler Deutscher drückt der SPD-Politiker Philipp Scheidemann in dem Satz aus: „Welche Hand müsste nicht verdorren, die sich und uns in solche Fesseln legte?“ Das „Schanddiktat von Versailles“ wird in den kommenden Jahren zu einer erheblichen Belastung für die junge deutsche Demokratie. Die politische Agitation gegen den Friedensvertrag wird zugleich ein Instrument des Kampfes gegen die Weimarer Republik.