Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
August 1929

Frahm und Julius Leber

In einem Artikel, der am 27. August 1929 im Lübecker Volksboten veröffentlicht wird, gibt Herbert Frahm einen Leitfaden für die Arbeit der Roten Falken. Neben der Stärkung des Gemeinschaftsgefühls fordert er vor allem bessere Bildungsarbeit: „Eines dürfen wir jedenfalls nicht vergessen, daß wir als junge Sozialisten uns vorbereiten müssen für den politischen Kampf, daß wir immer an uns arbeiten müssen, um uns zu vervollkommnen, und nicht etwa unsere Zeit nur mit Tanz, Spiel- und Singabenden ausfüllen.“ Herbert Frahm schreibt von nun an regelmäßig für den Lübecker Volksboten und bessert sich so sein Taschengeld auf.

Auch mit dem Chefredakteur des Volksboten, Julius Leber, hat Herbert Frahm nun häufiger zu tun. Der erfolgreiche Journalist und Reichstagsabgeordnete wird zum väterlichen Freund und Vorbild. Er fördert seinen jungen Mitarbeiter, wo er kann. Bis zu ihrem Zerwürfnis im Herbst 1931 ist er ihm ein wertvoller Ratgeber. Als Herbert in einem seiner Artikel den Chefredakteur und Fraktionsvorsitzenden im Preußischen Landtag, Ernst Heilmann, attackiert, mahnt ihn Leber: „Junger Freund, Sie können schreiben. Ich rate Ihnen, wenn Sie etwas geschrieben haben, dann legen Sie es in die Schublade und schauen es sich am nächsten Tag wieder an. Und wenn’s geht, danach noch einmal. Dann wird es oft besser.“



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