Ende des Kaiserreiches
Am 3. November 1918 werden in Kiel anlässlich der zahlreichen Massenkundgebungen für die Freilassung der bei der Meuterei in Wilhelmshaven am 28. Oktober beteiligten Matrosen sieben Demonstranten von einer Militärpatrouille erschossen.
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Gustav Noske, der am 4. November als Beauftragter der Regierung Max Prinz von Baden zu den aufständischen Matrosen reist, spricht vor seiner Abfahrt zu Arbeitern und Seeleuten
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Dieses Ereignis wird zum Signal für den bewaffneten Aufstand der kriegsmüden Matrosen. Schon bald wehen auf den Kriegsschiffen die roten Fahnen der Revolution. Bis zum Abend des 4. November haben die Aufständischen Kiel unter Kontrolle. Sie wählen den ersten „Arbeiter- und Soldatenrat“ der „Revolution von 1918/19“. In den nächsten Tagen bilden sich in fast allen deutschen Städten revolutionäre Räte, welche die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. und demokratische Reformen in Deutschland fordern.
Reichskanzler Max Prinz von Baden erklärt am 9. November den Thronverzicht von Kaiser Wilhelm II. Er beauftragt – ohne die notwendige verfassungsrechtliche Legitimation – den SPD-Vorsitzenden Friedrich Ebert mit der Wahrung der Geschäfte des Reichskanzlers.
Die Ereignisse in Berlin überschlagen sich. Noch am gleichen Tag ruft Philipp Scheidemann (SPD) die demokratische Republik aus. Wenige Stunden später verkündet Karl Liebknecht (Spartakusbund) die Gründung einer „freien sozialistischen Räterepublik“. In der Hauptstadt bricht ein Generalstreik aus.
Am 10. November 1918 geht Kaiser Wilhelm II. ins niederländische Exil. Gleichzeitig wird in Berlin der sechsköpfige „Rat der Volksbeauftragten“ gebildet. Dieser provisorischen Reichsregierung gehören die „Mehrheitssozialdemokraten“ Friedrich Ebert, Otto Landsberg und Philipp Scheidemann sowie die „Unabhängigen Sozialdemokraten“ Hugo Haase, Emil Barth und Wilhelm Dittmann an.
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v.l.n.r.: Dittmann, Landsberg, Haase, Ebert, Barth und Scheidemann |
Militärische Unterstützung sichert sich der Rat durch einen „Pakt“ Eberts mit dem neuen Chef der Obersten Heeresleitung (OHL), Wilhelm Groener. Unterdessen formieren sich im ganzen Land Arbeiter- und Soldatenräte.