Willy-Brandt-Biografie
Mai 1961

Deutschlandfahrt

 
Quelle: bundestag.de
Kanzlerkandidat Willy Brandt 1961: Wahlplakat der SPD zur Bundestagswahl

Willy Brandt ist Kanzlerkandidat der SPD im Bundestagswahlkampf 1961. Mit seinen 47 Jahren steht er für eine neue Zeit, für Aufbruch und Dynamik. Diese Eigenschaften sollen im Vordergrund stehen, wenn Brandt gegen seinen 85-jährigen Konkurrenten, Bundeskanzler Konrad Adenauer, antritt.

Klaus Schütz ist einer der engsten Berater Brandts und Organisator seines Bundestagswahlkampfes. Er hat in den USA den Präsidentschaftswahlkampf zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon beobachtet und rät: Brandt soll zu den Bürgern gehen, statt in „leeren, verrauchten Sälen auf Wähler“ zu warten (Peter Merseburger).

Willy Brandt geht auf „Deutschlandfahrt“: Zwischen dem 7. Mai und dem 8. Juli 1961 legt er an 21 Tagen insgesamt 22.056 km zurück, besucht jeden Tag 5-6 Städte und bis zu 15 Landgemeinden und hält dabei bis zu 25 Reden. Täglich sehen ihn 40-50.000 Menschen. Die Lokalzeitungen sind voll mit Bildern und Reportagen über den SPD-Kanzlerkandidaten. „Er geht ‚auf die Dörfer‘ und spricht zu 50 Menschen genauso ernsthaft wie zu 5.000 – und die 50 empfangen ihn genauso herzlich wie die 5.000“, schreibt die Tageszeitung DIE WELT.

Für den August sind weitere zwölf Tage Deutschlandfahrt geplant, die Brandt in die Großstädte und Ballungszentren führen sollen. Doch der Mauerbau am 13. August beendet die bis dahin erfolgreiche Wahlkampagne.



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