Hintergrund
Februar 1915

Der Krieg in Ostpreußen

Viel schneller als von der deutschen Obersten Heeresleitung (OHL) erwartet, hatte Russland nach Kriegsausbruch seine Truppen mobilisiert und war in Ostpreußen sowie Galizien mit weit überlegenen Kräften eingefallen. Schon bald mussten sich die deutschen Truppen hinter die Weichsel zurückziehen und Ostpreußen aufgeben. Daraufhin reaktivierte die OHL den bereits pensionierten General Paul von Hindenburg und übertrug ihm den Oberbefehl über die im Osten kämpfende 8. Armee. Mit zahlenmäßig unterlegenen Kräften gelang ihm und seinem Stabschef Erich von Ludendorff in der Schlacht bei Tannenberg (26. bis 30. August 1914) ein entscheidender Sieg gegen die russische 2. Armee.

© Deutsches Historisches Museum, Berlin
Fotografie von 1915

Wenige Wochen später wurde die 1. russische Armee in der Schlacht an den Masurischen Seen ebenfalls vernichtend geschlagen. Am 7. Februar 1915 beginnen die deutschen Truppen eine große Offensive gegen die im östlichen Ostpreußen verbliebenen russischen Streitkräfte. 15 deutschen stehen elf russische Divisionen gegenüber. In zweiwöchigen Kämpfen werden die russischen Verbände aus Ostpreußen vertrieben. Vier russische Divisionen werden völlig aufgerieben. Rund 100.000 Soldaten gelangen in deutsche Gefangenschaft. Die „Befreiung Ostpreußens“ wird in der deutschen Öffentlichkeit als großer Triumph gefeiert. Dennoch bleibt von Hindenburg, dem „Helden von Tannenberg“, ein kriegsentscheidender Sieg verwehrt: Das extreme Winterwetter erschwert einen weiteren Vorstoß seiner Truppen. Der Großteil der russischen Einheiten kann sich Richtung Osten zurückziehen und dort eine neue Frontlinie aufbauen.



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