Hintergrund
April 1915

Der Gaskrieg

Die Oberste Heeresleitung (OHL) will im Frühjahr 1915 die Initiative an der durch Stellungskrieg erstarrten Westfront zurückgewinnen: Die deutschen Truppen sollen bei Ypern (Flandern) einen Durchbruch erzwingen. Dazu setzen sie – entgegen dem geltenden Kriegs- und Völkerrecht – erstmals Giftgas ein, gegen das es bis dahin keine wirkungsvollen Schutzmaßnahmen gibt.

© Imperial War Museum
Opfer eines Gasangriffs

Beim ersten Angriff mit Chlorgas am 22. April 1915 auf eine britische Stellung werden über 10.000 Gasvergiftete gezählt. Dennoch gelingen nur kleinere Geländegewinne und eine Frontbegradigung. Ein strategischer Durchbruch bleibt den Deutschen verwehrt, da es an Reserven für den weiteren Vorstoß mangelt. Bis zum Ende der Offensive am 25. Mai 1915 belaufen sich die deutschen Verluste auf rund 35.000 Soldaten, die Zahl auf alliierter Seite ist etwa doppelt so hoch. Fortan wird von beiden Seiten Giftgas eingesetzt. Dieser schrecklichen Massenvernichtungswaffe fallen bis 1918 Zehntausende von Soldaten zum Opfer.




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