Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
März 1987

Besuch Erich Honeckers in der Bundesrepublik

Die Ost-West-Beziehungen stehen Mitte der achtizigerer Jahre an einem Tiefpunkt. Der wesentliche Grund dafür liegt in der Aufstellung sowjetischer Mittelstreckenraketen vom Typ SS-20 (ab 1977), die gegen Westeuropa gerichtet sind und eine "Nachrüstung" der NATO mit vergleichbaren Waffensystemen zur Folge haben, und dem Einmarsch sowjetischer Truppen in das neutrale Afghanistan (1979).

Die christlich-liberale Koalition unter Bundeskanzler Helmut Kohl bekennt sich zur Ost- und Deutschlandpolitik Willy Brandts und seines Nachfolgers Helmut Schmidt. Vor diesem Hintergrund bemühen sich beide deutsche Staaten trotz der internationalen Spannungen, ihren Dialog fortzusetzen und weitere Abkommen zum beiderseitigen Vorteil zu schließen. Die Regierung Kohl/Genscher will Brandts "Politik der kleinen Schritte" fortsetzen und fördert unter anderem Städtepartnerschaften zwischen West und Ost. Dadurch soll der Kontakt zwischen den Menschen im geteilten Deutschland weiter verstärkt und das Bewusstsein um die Einheit der Nation aufrechterhalten werden. 
 
Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßt den DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker vor dem Bundeskanzleramt
©Bundesbildstelle

Im September 1987 besucht der DDR-Staatsratsvorsitzende Erich Honecker die Bundesrepublik Deutschland. Honecker wird von Bundeskanzler Kohl als Staatsoberhaupt mit allen protokollarischen Ehren empfangen. Der Staatsbesuch verdeutlicht, daß die Bundesrepublik die DDR als gleichberechtigten, souveränen Staat anerkennt. Bundeskanzler Kohl weist jedoch während des Besuches darauf hin, dass es das politische Ziel der Bundesrepublik bleibt, auf einen Zustand des Friedens in Europa hinzuwirken, in dem das deutsche Volk in freier Selbstbestimmung seine Einheit wiedererlangt.



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