Zur Umsetzung der auf der Londoner Neun-Mächte-Konferenz getroffenen Beschlüsse kommen die Regierungsvertreter der westeuropäischen Staaten, der USA und Kanadas am 19. Oktober 1954 zu den „Pariser Konferenzen“ zusammen. Vereinbart wird eine Änderung des am 26. Mai 1952 geschlossenen Deutschlandvertrages. Dessen Junktim mit dem gescheiterten Vertrag über die „Europäische Verteidigungsgemeinschaft“ (EVG) wird aufgelöst. Stattdessen soll die Bundesrepublik in die NATO aufgenommen werden. Darüber hinaus vereinbaren die Konferenzteilnehmer die Gründung der „Westeuropäischen Union“ (WEU), die aus dem 1948 geschlossenen „Brüsseler Pakt“ zwischen Frankreich, Großbritannien und den Benelux-Staaten hervorgehen soll. Die „Pariser Verträge“ werden vier Tage später unterzeichnet. Sie werden gemeinsam mit dem Deutschlandvertrag am 5. Mai 1955 in Kraft treten.