Antrittsrede im Auswärtigen Amt
Fünf Tage nach der Vereidigung der Kabinettsmitglieder der Großen Koalition hält Willy Brandt am 6. Dezember 1966 seine Antrittsrede vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Auswärtigen Amts in Bonn. Er ist der erste sozialdemokratische Außenminister der Bundesrepublik Deutschland.
Brandt ist sich der historischen Bedeutung des Augenblicks bewusst, als er sagt: „Wer Sinn für Geschichte hat, wird nicht leicht darüber hinweggehen, daß ein Mann meiner Überzeugungen der deutsche Minister des Auswärtigen geworden ist.“ Doch er geht auch auf die zu, die einem Sozialdemokraten mit linkssozialistischer Vergangenheit mit Skepsis gegenüberstehen: „Meine – wie soll ich sagen – durch revolutionäre Ungeduld geprägten Jahre liegen lange hinter mir. Der Raum, in dem sich die deutsche Außenpolitik bewegt, ist begrenzt. Es wird unsere Aufgabe sein, ihn zu erweitern.“
Brandt will Bewährtes pflegen, aber auch neue Akzente setzen: „Für unsere Bundesrepublik gibt es keine Sicherheit ohne den Westen. Für eine gute deutsche Zukunft gibt es keine Lösung, ohne dass wir die Aussöhnung und gedeihliche Zusammenarbeit auch nach dem Osten hin erreichen.“ Seine ersten Reisen führen den neuen Außenminister zu den wichtigsten Partnern Bonns nach Paris und Washington.
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© RegierungOnline/Reineke Willy Brandt während seiner Antrittsrede vor Mitarbeitern im Auswärtigen Amt |