Antikommunismus

 
 
 

Antikommunismus ist eine Ideologie, die sich gegen vermeintliche oder tatsächliche Kommunisten richtet.
Seine Ursprünge datieren in die Mitte des 19. Jahrhunderts, als die Arbeiterbewegung entstand. Nach der russischen Oktoberrevolution 1917 wurde auch in Deutschland Gräuelpropaganda über angebliche Verbrechen der Bolschewiki verbreitet.
Während der NS-Zeit radikalisierte sich der Antikommunismus: Er verschmolz mit dem Antisemitismus zum ideologischen Topos des „jüdischen Bolschewismus“. Kommunisten zählten zu den ersten Opfern des Nationalsozialismus.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Antisemitismus in der Bundesrepublik offiziell tabuisiert, nicht aber der Antikommunismus. Im Zeichen des Kalten Krieges und des antitotalitären Grundkonsens‘ wurde er geradezu zur Staatsideologie der Bundesrepublik. Kommunistischen NS-Opfern wurde jegliche finanzielle Entschädigung verweigert, wenn sie weiterhin ihrer politischen Weltanschauung treu blieben.
Auch nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Staaten 1989/91 existiert Antikommunismus fort: Offenbar funktioniert diese Ideologie auch ohne das Objekt ihrer Feindschaft, es scheint einen Antikommunismus ohne Kommunisten zu geben.

Siehe auch
Bolschewiki
DKP
Kalter Krieg
KPD
Oktoberrevolution