Ankunft in Schweden
Auf seiner Flucht aus Norwegen stellt sich Willy Brandt am 1. Juli 1940 gegen ein Uhr nachts den Soldaten einer schwedischen Militärstation. Am nächsten Morgen wird er nach Charlottenberg in ein scharf bewachtes Asylantenheim gebracht, wo ihn ein Polizist verhört. Brandt nennt als Referenz den schwedischen Reichstagsabgeordneten August Spångberg, den er während seines Spanienaufenthaltes 1936 kennengelernt hatte. Da Brandt angibt, aus politischen Gründen geflohen zu sein, wird er vorerst nicht abgeschoben. Die endgültige Entscheidung aber trifft die Königliche Sozialbehörde. Für Brandt dauert die Unsicherheit an.
Nach einigen Tagen wird Willy Brandt in ein Flüchtlingslager gebracht, das er erst auf Intervention Spångbergs am 22. Juli verlassen darf, um in Stockholm seine Angelegenheiten zu regeln. Doch das ist schwieriger als gedacht. Zweimal muss er um Verlängerung seines „Urlaubs“ vom Flüchtlingslager bitten, um sich weiterhin bei der norwegischen Gesandtschaft um seine Einbürgerung bemühen zu können, die er in Oslo vergeblich beantragt hatte.