Als norwegischer Presseattaché in Berlin
Mitte Dezember beginnt Willy Brandt, seine Sachen in Oslo zusammenzupacken und sich auf den Umzug nach Berlin vorzubereiten. Mit einem Rundschreiben an persönliche und politische Freunde hatte er im November 1946 bereits um Verständnis für seine Entscheidung geworben. Schließlich erhält er Majorsrang und wird in Berlin als Alliierter in Uniform auftreten. „Wir freuen uns! In welcher Form Sie zu uns kommen, bleibt sich gleich. Wir wissen ja, als welcher sie kommen“, schreibt ihm Annedore Leber, die Witwe seines früheren Mentors Julius Leber.
Am 17. Januar 1947 nimmt Brandt seine Arbeit als Presseattaché in der Norwegischen Militärmission in Berlin auf. Er verfasst politische Analysen über die Entwicklung in den Besatzungszonen und den deutschen Parteien, ist für Presse- und Informationsarbeit zuständig, reist im Auftrag der Mission u. a. nach Prag, muss aber auch norwegische Interessen vertreten. Brandt stellt allerdings bald fest, dass mit der Tätigkeit für die Norweger nicht der politische Einfluss verbunden ist, der Außenminister Halvard Lange vorschwebte und den er selbst sich erhofft hatte.