Willy-Brandt-Biografie
Hintergrund
August 1940

Als Norweger in Schweden

Am 2. August 1940 verleiht die norwegische Gesandtschaft in Stockholm auf telegrafische Anweisung der Londoner Exilregierung Willy Brandt die norwegische Staatsbürgerschaft. Er erhält den Staatsbürgerbrief und einen für zwei Jahre gültigen Pass, ausgestellt auf seinen Geburtsnamen „Frahm“. Maßgebliche Unterstützung hatten ihm seine norwegischen Freunde Martin Tranmæl und Halvard Lange gewährt, die sich bei der Exilregierung für ihn einsetzten.

Nun erst, da er nicht mehr staatenlos ist, sondern ordentliche Papiere vorweisen kann, werden ihm in Schweden sechs Monate Aufenthaltsrecht gewährt. Für Brandt bedeutet es, dass er nicht mehr in das Flüchtlingslager zurückkehren muss, von dem er seit dem 22. Juli nur beurlaubt war. Er ist jetzt ein freier Mann. „Welch eine Erleichterung, äußerlich und innerlich“, schreibt Brandt noch fünfzig Jahre später in seinen „Erinnerungen“.

 




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